Politische Bildung ፖለቲካዊ ትምህርት

Die Rolle der internationalen Gemeinschaft in Äthiopien nach den Wahlen

Die Konfliktlage in Äthiopien spitzt sich seit November 2020 zu. Premierminister Abiy Ahmed und die Prosperity Party haben sich bei den Wahlen am 21. Juni im ersten Durchlauf eine absolute Mehrheit im Parlament gesichert. Die Ergebnisse der Wahlen sind angesichts der militärischen Wende in der Region Tigray jedoch fast zu einer Nebensache geworden. Konflikte und Fronten weiten sich auf weitere Regionen und Akteure im Land aus. Auch jenseits der militärischen Auseinandersetzungen liefern sich die Tigray People’s Liberation Front (TPLF) und die Regierung eine erbitterte Informationsschlacht um die Gunst der Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft. Die humanitäre Situation bleibt angespannt, die politische Lage beunruhigend und die Ausweitung der Konflikte drohen die gesamte Region zu destabilisieren. Westliche Länder setzen Zahlungen von Hilfsgeldern für Äthiopien aus, um ihren Forderungen nach einem Ende der Kämpfe und einer politischen Lösung im Tigray-Konflikt Nachdruck zu verleihen und fordern besseren humanitären Zugang zur Notversorgung der Bevölkerung.  

Wie ist die Lage zu beurteilen? Wie kann der Westen – Regierungen, NGOs, Medien – reagieren, um Frieden, Demokratie und Menschenrechte im Horn von Afrika zu fördern?

Diese Fragen diskutieren wir am Freitag, 10. September 2021, von 17-18.30 Uhr mit

Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate, Publizist, Unternehmensberater und politischer Analyst

Dr. Thorsten Hutter, Leiter des Referats für Ostafrika und Horn von Afrika des Auswärtigen Amtes

Marina Peter, Brot für die Welt

Moderation: Haile Mengesha, Ethio-Berlin e.V.

Die Veranstaltung wird online stattfinden. Für die Anmeldung schreiben Sie bitte eine E-Mail an sonja.john@ethioberlinev.com

Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung von Ethio-Berlin e.V. und der Friedrich-Ebert Stiftung, mit freundlicher Unterstützung der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

አዲስ ተሰፋ- ዲሞክራሲያዊና ነጻ መርጫ በ ኢዮጲያ ተግባራው መሆን ይችላልን? በሚል ርእስ በ 25.06.2021 በፍሬድርሽ ኤበርት ሸቲፍቱግና በ ኢተዮበርሊን በጋራ ያካሄዱት ውይይት፡፡

EthioBerlin e.V. erweitert sein Angebot um politische Bildungsarbeit. Veranstaltungen zur politischen Situation stützen sich auf Dialog und Wissenschaft. Sie sind unabhängig von politischer, religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit ausgelegt.

Die Diskussionsreihe Neue Hoffnung – Demokratische und friedliche Wahlen in Äthiopien realisierbar ? führen wir gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung durch. Sie wird durch die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung unterstützt.

  • 23. April 2021 – Frau Jalale Getachew Birru und Dr. Berihun Adugna Gebeye werden erläutern, wie das derzeitige Parteiensystem in Äthiopien aussieht. Sie werden auf ethnischen Föderalismus eingehen, auf die Wahlen von 2005 sowie die Änderungen seit Abiy Ahmeds Amtsübernahme und der Umstrukturierung der EPRDF zu Prosperity Party.
  • 25.Juni 2021 – Dr. Fekadu Bekele, Jalale Getachew Birru und Herr Kiflemariam Gebrewold (angefragt) werden der Frage nachgehen, ob die Wahlen, die vier Tage zuvor in Äthiopien stattfanden, als demokratisch zu bezeichnen sind. Nicht in allen Regionen konnte gewählt werden, einige Politiker sind im Gefängnis und in mehreren Regionen gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen. Welche Rolle spielen diese Wahlen und wie sind die zu bewerten? Die Veranstaltung wird moderiert von Herrn Haile Mengesha.
  • 27. August 2021 – Das Thema wird sich aus den offenen Fragen aus den beiden ersten Veranstaltungen ergeben. Wahrscheinlich wird das Thema Versöhnung diskutiert.

Des Weiteren plant Ethio-Berlin e.V. regelmäßig stattfindende Friedensgespräche zwischen äthiopischen und äthiopisch-deutschen Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund. Diese bottom-up Gespräche sollen konflikt-präventiv, konfliktlösend, solidarisierend und bestärkend wirken.

Ansprechpartnerin: Dr. Sonja John sonja.john@ethioberlinev.com